










Was Farben betrifft, hat
die Malerwerkstätte Gross in Schwarzenbach/ Saale sicher ein Stück
Stadtgeschichte mitgeschrieben. Seit bald 100 Jahren ist sie für ihre
Kunden da und präsentiert sich heute in der vierten Generation als modernes
Unternehmen.
Ein Blick in die lange Firmengeschichte verrät,
wie bescheiden die Anfänge des Betriebes waren:
Im März 1910 gründete Georg Gross die Firma. Anschubfinanzierungen
und Gründerdarlehen waren damals, in der Kaiserzeit, nicht bekannt.
Es war ein beschwerlicher und mutiger Entschluss, sich in Schwarzenbach
selbstständig zu machen. Und Gross wagte den Schritt.
Hinter dem Haus legte er die für einen Malerbetrieb
obligatorische Kalkgrube an, in der der Hauptbestandteil der Farbe entstand.
Neben den Ställen für die Selbstversorgung standen die Gerätschaften:
Leiter, Werkzeuge, Pinsel und der Leiterwagen. Der diente Georg Gross
als wichtigstes Transportmittel, denn mit ihm zog er damals zu Fuß zu
seinen Kunden in Schwarzenbach und Umgebung. In einer Zeit, in der das
Geld kapp war, fand er trotzdem seine Beschäftigung und sein Auskommen.
Später, nach dem Ersten Weltkrieg, galt es, einen
Neuanfang zu wagen, und der gelang. 1931 wurde das Betriebsgebäude
erweitert, das Geschäft lief. Und nachdem Karl Gross seinen Meistertitel
erworben hatte, übernahm er 1937 die Firma.
Erneut kam ein Krieg, der das Geschäft zum Erliegen
brachte. Erst in den fünfziger Jahren konnte sich Karl Gross wieder
daran machen, den Malerbetrieb in Schwung zu bringen. Das erste Moped wurde
angeschafft, dennoch blieb der Leiterwagen das Transportmittel Nummer Eins
im Betrieb. Der Sohn des Malermeisters und heutige Firmeninhaber, Dieter
Gross, trat auch in die Familientradition ein und begann im väterlichen
Betrieb eine Maler-Lehre.
Der Fortschritt war nicht aufzuhalten: Das erste Auto wurde
gekauft. Dieter Gross machte 1963 in Ulm seine Meisterprüfung und gründete
zusammen mit seinem Vater eine Kommanditgesellschaft.
1969 war es wieder Zeit für eine Erweiterung des
Betriebsgebäudes. Die Firma wuchs, und Gisela Gross, die Gattin von
Dieter Gross, stieg mit ins Geschäft ein: Sie übernahm die Betriebsbuchhaltung,
und seit 1975 leitet sie den gesamten kaufmännischen Bereich. Im selben
Jahr übernahm Dieter Gross die Firma in eigener Regie.
Gisela Gross erweiterte 1987 ihren Aufgabenbereich. Sie übernahm
den Farbenladen „Raatz“ in der Schwarzenbacher Bahnhofstraße.
Zwischenzeitlich hatte sich der Betrieb abermals vergrößert:
In der Nachbarschaft pachtete die Malerfirma eine größeres
Werkstattgebäude. Und mit dem Erwerb weiterer Häuser legte
man 1994 Betrieb, Laden, Lager und Verwaltung zusammen.
In den Jahren des Wachstums ließ man aber nie
davon ab, zu den Mitarbeitern ein gutes Verhältnis zu pflegen – so,
wie man es bei Gross über Generationen hinweg gewohnt war. Die Firma
Gross beschäftigt heute 11 Mitarbeiter und stolz ist die Firma besonders
auf die Treue vieler Beschäftigter, die bereits ihre Lehre in dem
Schwarzenbacher Malerbetrieb absolviert haben und nun bereits seit mehr
als 25 Jahren in dem Maler-Unternehmen tätig sind.
